Historisches Museum und Bach-Gedenkstätte

Öffnungszeiten

Montag geschlossen
Dienstag bis Sonntag: 10 bis 17 Uhr
Führungen für Gruppen sind nach Absprachen auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich.

Eintrittspreise

Schlosskarte (alle Museen) 6 Euro
Schlosskarte ermäßigt 4 Euro
Schlosskarte Gruppe, je Person 4 Euro

Kontakt

Christoph Erdmann
Tel: 03496 700 99 274
Email: historisches-museum@schlosskoethen.de

Spiegelsaal

Im Ludwigsbau des Schlosses, in welchem sich auch die zentrale Kasse des Museums in der Köthen-Information befindet, präsentiert sich dem Besucher das Historische Museum mit der Bach-Gedenkstätte. Hier werden Ausstellungen zur reichen Geschichte der Stadt Köthen und der höfischen Kultur gezeigt. Dreh- und Angelpunkt ist die Bach-Gedenkstätte, in welcher in mehreren Räumen eine Zeitreise in das Leben am Schloss zu Zeiten Johann Sebastian Bachs unternommen und natürlich dessen Wirken in Köthen selbst unter die Lupe genommen werden kann. Darüber hinaus gibt es weitere ständige Ausstellungen, etwa zur Fruchtbringenden Gesellschaft und zum großen Homöopathen Hahnemann. Neu sind die Räume für Sonderausstellungen, die in regelmäßigen Abständen die Köthener und ihre Gäste mit interessanten Themen locken.

Eine kurze Vorstellung der Museen im Schloss Köthen

Johann Sebastian Bach

Der bekannteste und bedeutendste Komponist aus dem Barock, Johann Sebastian Bach (1685-1750), verbrachte die wohl kreativste Zeit seines Lebens in Köthen. Von 1717 bis 1723 war er hier als Hofkapellmeister unter Fürst Leopold tätig.

Johann Sebastian Bach wurde am 21. März 1685 in Eisenach als jüngstes von acht Kindern des Stadtpfeifers und Hoftrompeters Johann Ambrosius und seiner Frau Elisabeth Bach geboren. Im Jahre 1685 galt in Eisenach allerdings noch der Julianische Kalender, erst später wurde auch hier der gregorianische Kalender eingeführt. Nach dieser Rechnung wäre Bachs Geburtsdatum der 31. März 1685.

Den jungen Fürsten Leopold von Anhalt-Köthen lernte Johann Sebastian Bach anlässlich der Hochzeit seines Dienstherrn Ernst August in Nienburg (Saale) am 24. Januar 1716 kennen. Dieser bot ihm am 5. August 1717 die Stelle als Kapellmeister am fürstlichen Hof von Anhalt-Köthen an. Bach hatte allerdings am Weimarer Hof nicht um seine Entlassung gebeten, sondern unterschrieb ohne Rücksprache den Vertrag als Hofkapellmeister, der zuvor von Augustin Reinhard Stricker besetzt war. Als er dieses Bitten nachholen wollte, wurde er am 6. November wegen „halsstarriger Bezeugung“ in Haft genommen. Nach seiner Haftentlassung im Dezember 1717 konnte Bach seine neue Stelle antreten.

Er trug in Köthen den Titel des Kapellmeisters und Kammermusikdirektors. Der musikalische Leopold von Anhalt-Köthen konnte oft als Violinist im Orchester mitwirken und war auch Taufpate von Bachs Sohn Leopold August. Johann Sebastian Bach komponierte in Köthen für eine hervorragende Kapelle, die bis zu 17 Musiker umfasste, welche zum Teil aus der aufgelösten Kapelle des preußischen Königs Friedrich Wilhelm I. stammten.

Im Juli 1720 starb Bachs Frau Maria Barbara nach kurzer Krankheit mit erst 35 Jahren. Bach selbst erfuhr den Tod erst, als er nach einer zweimonatigen Reise des Hofes Anhalt-Köthen aus Karlsbad zurückkehrte. Am 3. Dezember 1721 heiratete der Komponist und Musiker Anna Magdalena Wilcke, die 1720 als Sopranistin an den Köthener Hof gekommen war. Aus dieser Ehe entstammten 13 Kinder, von denen sieben im Kindesalter starben.

Im Frühjahr 1720 begann Johann Sebastian Bach das „Clavierbüchlein“ als Beitrag zur musikalischen Erziehung seiner Kinder, das unter anderem die zweistimmigen Inventionen und drei Sinfonien enthielt. Schon in Köthen entstanden 1721 mit der Zusammenstellung von älteren und neueren Instrumentalsätzen die späteren „Brandenburgischen Konzerten“, Werke des „Wohltemperierten Klaviers“ sowie sechs Violinpartiten und -sonaten.

In Folge der Abkehr des Fürsten Leopold von Anhalt-Köthen von der Ensemblemusik, sah sich Bach veranlasst, sich nach neuen Stellen umzusehen. Bereits am 5. Juni 1722 wurde die Stelle des Thomaskantors in Leipzig frei, nach einem ersten Probespiel entschied man sich allerdings für Georg Phillip Telemann. Dieser sagte die Stelle aufgrund einer Gehaltserhöhung in Hamburg ab und somit fand im Februar 1723 ein zweites Vorspiel statt. Hierbei entschied man sich dann für Johann Christoph Graupner, einen Kapellmeister aus Darmstadt. Dessen  Dienstherr, der hessische Landgraf, verweigert die Entlassung und sorückte Johann Sebastian Bach „als dritte Wahl“ nach. Den Titel des fürstlichen Kapellmeisters zu Anhalt-Köthen durfte Bach in Leipzig weiterführen und lieferte noch bis zum Tod des Fürsten Leopold von Anhalt-Köthen im Jahre 1728 Musik zu den Festtagen des Fürstenhauses.

Samuel Hahnemann

Der sächsische Mediziner, Schriftsteller und Übersetzer Christian Friedrich Samuel Hahnemann (1755-1843) gilt als Begründer der klassischen Naturheilkunde, ab 1807 „Homöopathie“. Hierbei verstand er eine Krankheit als eine durch negative Reize hervorgerufene Körperreaktion; daraus entwickelte Samuel Hahnemann 1790 die Ähnlichkeitsregel: „Ähnliches wird durch Ähnliches geheilt“, wonach natürlich wirkende Arzneimittel in geringer Konzentration gegen die Krankheiten eingesetzt werden, die sie in hoher Dosierung hervorrufen würden. Ab 1798 wandte er sich gegen die „Allopathie“ und damit gegen Therapien mit Substanzen, welche lediglich gegen die Symptome gerichtet waren. Trotz großer Kritik durch die Ärzteschaft konnte er von 1811 bis 1821 als Dozent für Pharmakologie an der Universität Leipzig wirken. In zahlreichen Experimenten und als praktizierender Arzt entwickelte er seine Entdeckungen zu einer natürlichen Heillehre weiter, die er in seinem Hauptwerk „Organon“ zusammenfasste. Von 1841 bis 1843 schrieb er in Paris die sechste und letzte Auflage des „Organon“, das mit den LM-Potenzen heute als ein Standardwerk der frühen Homöopathie gilt.

Besucher im Spiegelsaal

Führung: Bach-Gedenkstätte

Die Besucher erfahren in dem einstündigen Rundgang durch die Bach-Gedenkstätte im Schloss alles über Johann Sebastian Bachs Leben in Köthen. Gleichzeitig bekommen sie einen faszinierenden Einblick in die höfische Kultur im frühen 18. Jahrhundert und lernen das Fürstenhaus kennen. Ein Besuch der Schlosskapelle rundet die Zeitreise ab.

Führung: Das fürstliche Schloss

In die Welt der Fürsten von Anhalt können die Teilnehmer eintauchen und dabei deren Residenz kennenlernen. In der zweistündigen Führung sehen die Besucher die Bachgedenkstätte und die Schlosskapelle. In den Museen des Ludwigsbaus lassen sich verschiedene Abschnitte der reichen Geschichte Köthens erleben. Von Johann Sebastian Bach über Joseph von Eichendorff und den großen Homöopathen Samuel Hahnemann bis zur Fruchtbringenden Gesellschaft ist hier für jedes Interesse etwas dabei.

Über die Führungspreise informieren Sie die Mitarbeiterinnen der Köthen-Information im Schloss unter 03496/700 99-260 oder koethen-information@bachstadt-koethen.de.

Konzert im Rahmen des „Köthener Herbstes"

Der Verein wurde 1996 zur Förderung der Bach-Gedenkstätte im Schloss Köthen (Anhalt) gegründet. Bereits 1998 gelang es, die Bach-Gedenkstätte im Rahmen des Historischen Museums für Mittel-Anhalt im Schloss zu etablieren. Ermöglicht haben dies Schenkungen, Leihgaben und Ankäufe von wertvollen Musikinstrumenten, Erst- und Frühdrucken sowie Gegenständen des höfischen Alltags der Jahre um 1720.

Die Musikinstrumentensammlung erfuhr bedeutsame Aufwertungen durch die Stiftung verschiedener Instrumente. Dazu gehören eine originale Violine aus der Werkstatt von Matthias Klotz (1728) und die Kopie einer Violine nach Nicola Amati (um 1620); des Weiteren Kopien eines Clavichords nach Christian Gottlob Hubert (Ansbach 1787) sowie eines Querspinetts nach Johann Heinrich Silbermann. Außerdem wurden der Bach-Gedenkstätte mehrere Früh- und Erstdrucke von Werken Bachs und anderer Meister (etwa der Generalbass-Anleitung von Andreas Werckmeister) übereignet.

Eine im Jahre 1997 begonnene Veranstaltungsreihe „Köthener Herbst“ wird - alternierend mit den von der Köthener Bachgesellschaft gestalteten Bachfesttagen - im regelmäßigen Turnus von zwei Jahren durchgeführt. Die Schriftenreihe „Cöthener Bach-Hefte“, die der Verein herausgibt, versteht sich als ein Periodikum der Bach-Forschung. Über die wissenschaftlichen Symposien, wie sie bisher in regelmäßigen Abständen in Köthen stattfanden, wird darin ausführlich berichtet.