Naumann-Museum

Öffnungszeiten

Das Naumann-Museum ist aktuell aufgrund von Bauarbeiten geschlossen.

Eintrittspreise

Schlosskarte (alle Museen) 6 Euro
Schlosskarte ermäßigt 4 Euro
Schlosskarte Gruppe, je Person 4 Euro

Kontakt

Christoph Erdmann
Tel: 03496 700 99 274
Email: historisches-museum@schlosskoethen.de

Blick in die historische Sammlung des Naumann-Museums

Der Bauer, Künstler und Wissenschaftler Johann Friedrich Naumann (1780-1857) ist erster Kurator des Herzoglichen Vogelcabinets, das heute seinen Namen trägt und sich im Ferdinandsbau des Köthener Schlosses befindet. Herausragend ist die seit dem frühen 19. Jahrhundert nahezu unverändert erhaltene Vogelsammlung, die rund 1 300 Präparate umfasst und in 113 originalen Vitrinen untergebracht ist. Diese Sammlung – von Naumann eigenhändig präpariert und arrangiert - bildet das Fundament seines wissenschaftlichen und künstlerischen Schaffens, welches in der 13-bändigen „Naturgeschichte der Vögel Deutschlands …“ (1820-1844/1860) gipfelte. Im Naumann-Museum Köthen befindet sich damit ein weltweit einmaliges Gesamtwerk eines Naturwissenschaftlers, das noch am Originalstandort existiert – seit 2015 eingetragen als „National wertvolles Kulturgut“ der Bundesrepublik Deutschland.

Johann Friedrich Naumann

Johann Friedrich Naumanns Leidenschaft für die Ornithologie kam nicht von ungefähr. Bereits sein Großvater Theodor Andreas Naumann hatte im Herbst 1754 einen Tannenhäher geschossen „und stopfte ihn seiner Seltenheit wegen aus“, dessen Sohn Johann Andreas Naumann (1744-1826) legte in den folgenden Jahrzehnten eine Sammlung ausgestopfter oder im Backofen getrockneter Vögel an. Von diesen sind u. a. ein flavistischer Wendehals und eine teilalbinotische Nebelkrähe erhalten geblieben.

Johann Friedrich Naumann (1780-1857) baute die Sammlung systematisch aus und bemühte sich um die Verbesserung der Präparations- und Präsentationstechniken. Im Jahr 1804 fertigte er erste Glasaugen für seine Präparate selbst an. Bis dahin trugen die Vögel bemalte Holzperlen als Augenimitation. Ein Seeadler ist noch heute mit solchen bemalten Holzaugen versehen. Seit 1811 wurden die Vögel zum Schutz vor Staub, Motten und Käfern in Vitrinen untergebracht. Naumann machte aus dieser Notwendigkeit, der Unterbringung der Sammlung in verglasten Kästen, ein Gestaltungsprinzip. Podeste, Staffagen, Bemalung der Innenseiten mit Naturfarben ließen Bezüge zum Lebensraum der Vögel deutlich werden. Im Jahre 1815 wurde die Vogelsammlung in Ziebigk als „Museum“ aufgebaut.

Historische Vitrine aus dem Naumann-Museum

Das Naumann-Museum befindet sich seit 1835 im Ferdinandsbau des Köthener Schlosses. Der Hauptteil der Dauerausstellung ist Johann Friedrich Naumann (1780-1857) gewidmet, der als Begründer der modernen Ornithologie gilt. Herausragend ist die seit dem frühen 19. Jahrhundert (Biedermeierstil) nahezu unverändert erhaltene Vogelsammlung, die rund 1300 Präparate umfasst und in 113 originalen Vitrinen untergebracht ist.

Besonders hervorzuheben ist Naumanns künstlerischer Nachlass, der ihn als einen der bedeutendsten Naturmaler des 19. Jahrhunderts kennzeichnet. Bereits die Zeichnungen des Zehnjährigen lassen das künstlerische Talent des späteren Ornithologen erkennen. Er schuf meisterhafte Aquarelle von Vögeln, Pflanzen, Landschaften und Porträts, die er eigenhändig in Kupferstiche umsetzte. Die im Original erhaltene Bibliothek und seine wissenschaftliche und persönliche Korrespondenz lassen Johann Friedrich Naumann als einen der letzten Universalgelehrten hervortreten. Ergänzt wird das Bild des Menschen und Naturforschers durch persönliche Gegenstände, wie Jagd- und Fanggeräte, Zeichenwerkzeuge, Kleidung und Familienporträts.

1954 wurde das Naumann-Museum dem Köthener Heimatmuseum als Außenobjekt angeschlossen und an der historischen Vogelsammlung Modernisierungen vorgenommen, die dem historischen Charakter der Sammlung schadeten. 1976 bis 1980 erfolgt unter Direktor L. Baege (1932-1989) die umfassende Restaurierung des Hauses und die Erweiterung der Ausstellung. 1980 konnte das Museums anlässlich des 200. Geburtstages Naumanns, nun um Ausstellungen zur Geschichte der Präparation und ornithologischer Illustrationen sowie einen Raum mit bedrohten und ausgerotteten Vögeln erweitert, neu eröffnet werden.

Unter Direktor W.-D. Busching wurde das Museum seit 1988 inhaltlich als Forschungsstätte für internationale Ornithologiegeschichte erweitert, umfassend renoviert und letzte Restaurationsfehler an der Naumann-Sammlung korrigiert, u. a. die Wiederherstellung der originalgetreuen Verglasung der Vitrinen mit mundgeblasenen Scheiben.

Neben dem Naumannschen Sammlungsnachlass umfassen die Sammlungen des Museums weitere ornithologisch, zoologisch und botanisch bedeutsame Kollektionen. So besitzt das Museum mit dem Krauseschen Herbarium ein Werk, welches ebenfalls zu den herzöglichen Sammlungen gehörte und für die Geschichte der deutschen Botanik vom Beginn des 18. Jahrhunderts bis zum ausgehenden 19. Jahrhundert interessant ist. Unter den anderen wertvollen Nachlässen bzw. Schenkungen ragt vor allem die Balg-, Skelett- und Eiersammlung des Begründers des Tierparkes Berlin, Prof. Heinrich Dathe (1910-1991), heraus.

Exponat aus der Eier-Sammlung des Naumann-Museums

Die Vereinigung der Freunde und Förderer des Naumann-Museums gründete sich 1994. Seitdem steht dem Förderverein als Vorsitzender Ernst Görgner vor, der langjährige Leiter des Dessauer Naturkundemuseums. Der Verein zählt 25 Jahre nach seiner Gründung rund 100 Mitglieder aus ganz Deutschland. Regelmäßig geben sie die „Blätter aus dem Naumann-Museum“ heraus, 2018 wurde die Nr. 31 veröffentlicht. Zudem arbeiten Vereinsmitglieder an naturwissenschaftlichen Veröffentlichungen mit, zu denen beispielsweise ein Federatlas und eine Publikation über Pilze gehören, in letzterer finden von Johann Friedrich Naumann erstellte Pilztafeln Anwendung. Mit zahlreichen Zuarbeiten unterstützen die Vereinsmitglieder außerdem Werke der Ornithologiegeschichte.

Blätter aus dem Naumann-Museum

Seit dem Jahr 1980 erscheinen die „Blätter aus dem Naumann-Museum“, herausgegeben von der Vereinigung der Freunde und Förderer des Naumann-Museums und Bernhard Just (Naumann-Museum). Schwerpunktmäßig werden in diesem Periodika historische Berichte zur Ornithologie veröffentlicht. Die Jahreshefte für Ornithologiegeschichte des Naumann-Museums werden finanziert durch die Vereinigung der Freunde und Förderer des Naumann-Museums und die Bürgerstiftung Sparkasse Anhalt-Bitterfeld, mit freundlicher Unterstützung der Köthen Kultur und Marketing GmbH. Die folgende Zusammenstellung gibt einen Überblick über die erschienenen Bände und einem Sonderheft dieser Zeitschrift. Die Broschüren sind in der Touristinformation im Schloss Köthen erhältlich und können per Mail unter naumann-museum@gmx.de bestellt werden.

Bandzahl und Erscheinungsjahr

Schriftleitung Ludwig Baege

1. 1980, 12 Seiten

2. 1980, 16 Seiten, 4 Tafeln

3. 1980, 24 Seiten

4. 1981, 12 Seiten

5. 1981, 32 Seiten

6. nicht erschienen

7. 1983, 24 Seiten

8. 1984, 122 S., 12 Tafeln mit jeweils 9 Portrait-Abbildungen

9. 1986, 10 Seiten

10. 1986, 12 Seiten

Schriftleitung Wolf-Dieter Busching

11. 1990 [1/90], 8 Seiten, 11 Abbildungsseiten

12. 1991 [2/90], 88 Seiten

13. 1992/93, 160 Seiten

14. 1994, 104 Seiten

15. 1995, 141 Seiten

16. 1996, 140 Seiten

17. 1998, 168 Seiten

18. 1999, 152 Seiten

19. 2000, 168 Seiten

20. 2001, 160 Seiten

21. 2002, 160 Seiten

22. 2003, 144 Seiten

23. 2004, 160 Seiten

24. 2005, 144 Seiten

25. 2006, 160 Seiten

26, 2007, 160 Seiten

27. 2010, 133 Seiten

Schriftleitung Wolf-Dieter Busching †, Bernhard Just & Iris Heynen

28. 2011, 130 Seiten

Schriftleitung Bernhard Just & Iris Heynen

29. 2012, 159 Seiten

30. 2013, 179 Seiten

Schriftleitung Bernhard Just und Vereinigung der Freunde und Förderer des Naumann-Museums e. V.

Sonderheft 2016

Schriftleitung Dr. Christoph Hinkelmann, Joachim Neumann & Iris Heynen

31. 2018, 123 Seiten

Schriftleitung Dr. Christoph Hinkelmann & Joachim Neumann

32. 2019, 140 Seiten

33. 2019, 176 Seiten

34. 2020, 160 Seiten

35. 2021, 176 Seiten

Schriftleitung Maya Ehmke, Dr. Christoph Hinkelmann & Joachim Neumann

36. 2021, 168 Seiten